Offenlegung der wirtschaftlichen Eigentümer aller juristischen Personen ohne Ausnahmen als wichtiger Schritt zur Geldwäscheprävention

 

Wien, 06.04.2016: Angesichts der Veröffentlichung der Panama Papers fordert die globale Antikorruptionsorganisation Transparency International die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, unverzüglich gegen Briefkastenfirmen vorzugehen und die wirtschaftlichen Eigentümer von Unternehmen offenzulegen.

„Auch Österreich muss sich an den internationalen Bemühungen um eine Eindämmung von Geldwäsche bei Erträgen aus Korruptionsdelikten stärker beteiligen“, betont Eva Geiblinger, Vorstandsvorsitzende von Transparency International – Austrian Chapter (TI-AC). „Wir fordern die österreichische Regierung daher auf, ein nationales und transparentes Unternehmensregister für alle Gesellschaftsformen ohne Ausnahmen einzurichten.“

Bei den Panama Papers handelt es sich um rund 11,5 Millionen durchgesickerte Finanzdokumente, die vom Internationalen Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ) ausgewertet wurden. Die Papiere decken die Offshore-Bestände von rund 500 Banken, 140 Politikern – darunter 12 aktuelle und ehemalige Staats- und Regierungschefs – sowie weiteren wohlhabenden Personen und Behörden auf, die ihr Vermögen in über 214.000 Briefkastenfirmen in 21 Steueroasen versteckten.

Briefkastenfirmen sind zwar nicht an sich illegal oder kriminell. Der Mangel an Transparenz in Bezug auf deren tatsächliche wirtschaftliche Eigentümer führt jedoch dazu, dass derartige juristische Personen häufig für kriminelle Zwecke, wie Geldwäsche, Betrug, Steuerhinterziehung und andere Korruptionsdelikte, missbraucht werden.

Um zu verhindern, dass illegale Vermögensbestände durch Strohmänner in geheimen Gesellschaften und Stiftungen versteckt werden können, bedarf es öffentlich einsehbarer Unternehmensregister, die auch die wirtschaftlichen Eigentümer der Firmen offenlegen.

Gemeinsam mit anderen internationalen Partnern setzt sich das internationale Sekretariat von Transparency International für die Einrichtung eines weltweiten und öffentlich zugänglichen Registers der wirtschaftlichen Eigentümer von Unternehmen ein, in das die entsprechenden nationalen Informationen von den jeweiligen Regierungen eingetragen werden.

TI-AC fordert die österreichische Regierung auf, diese Initiative zu unterstützen und durch ein nationales Unternehmensregister für Transparenz bei den wirtschaftlichen Eigentümern aller juristischen Personen ohne Ausnahmen sowie für eine Offenlegung von Treuhandverhältnissen zu sorgen. „Das zentrale Kontenregister sowie die neue EU-Zinsrichtlinie, welche ab 2017 einen automatischen Austausch von Konteninformationen für ausländische Konteninhaber innerhalb der EU ermöglichen soll, werden von TI-AC begrüßt, stellen aber nur erste Schritte in die richtige Richtung dar“, so Geiblinger.

 

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Transparency International – Austrian Chapter
Thomas Gradel
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