Wien, 09.03.2011 - Die Antikorruptionsorganisation Transparency International hat eine neue Studie vorgelegt, in der die Berichterstattung von führenden Öl- und Gasunternehmen im Hinblick auf Antikorruptionsprogramme, Unternehmensstruktur und länderspezifische Aufwendungen analysiert wird. Gerade die Berichterstattung über länderspezifische Aufwendungen ist sehr rudimentär. Allerdings ist die Transparenz der Berichterstattung insgesamt im Vergleich zur letzten Studie aus dem Jahr 2008 besser geworden.
Huguette Labelle, Vorsitzende von Transparency International: "Es ist eine gute Nachricht, dass sich die Transparenz positiv entwickelt hat, aber immer noch publizieren zu wenige Unternehmen, was sie an die Regierungen in den jeweiligen Ländern zahlen, in denen sie tätig sind. Zwei Drittel der Armen der Welt lebt in ressourcenreichen Länder. Diese haben ein Anrecht darauf zu erfahren, wie viel Geld ihre Regierungen von Unternehmen erhalten, um die Ressourcen auszubeuten".
Christian Humborg, Geschäftsführer von Transparency Deutschland: "Vielleicht steigt durch die aktuellen Vorkommnisse in Libyen das Interesse von Investoren und Analysten, viel genauer als bisher zu erfahren, wie viel Geld auf welchem Weg an welche Regierungen fließt. Zur Beurteilung des Risikos einer Investition ist das sicher nicht unwesentlich."
Im Bericht 2011 wird die Berichterstattung von 44 Unternehmen des Öl- und Gassektors untersucht, die zusammen 60% des weltweiten Öls und Gas produzieren. Als einziges Unternehmen aus Österreich wird OMV im Bericht bewertet. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen aus den USA und Europa hat sich OMV bisher noch nicht der "Extractive Industries Transparency Initiative" (EITI) angeschlossen.
„Ziel der EITI ist es, die Korruption in rohstoffreichen Ländern zu bekämpfen. Dazu sollen Zahlungen der rohstofffördernden Unternehmen an Staaten und deren Verwendung transparent und damit öffentlich gemacht werden.“ so Eva Geiblinger, Vorstandsvorsitzende von Transparency International – Austrian Chapter.
In der Studie wird gefordert, dass Unternehmen über ihr Antikorruptionsprogramm berichten und es unabhängig zertifizieren lassen. Unternehmen sollen über Beteiligungen, Partner und Geschäftsaktivitäten berichten. Die Ratingagenturen und Analysten sollen Transparenzmaßnahmen in ihre Risikoevaluierungsmodelle aufnehmen.
Nähere Informationen sowie die gesamte Studie zum Download finden Sie unter:
http://www.transparency.org/news_room/in_focus/2011/prt_2011
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